Turniersieg!

Die 2. Herrenmannschaft folgte am Samstag einer Einladung, ein saisonvorbereitendes Turnier im fernen Friedrichshain zu spielen. Vier Mannschaften (Bau-Union und F’hain aus der Bezirksliga, Motor Hennigsdorf aus der Landesliga BRB und Teile unser neuformierten 2. Brauermannschaft (Franz, Matthias, Uwe), ergänzt durch unseren Gastspieler Dominik sowie Firat und Peter spielten erst ein Halbfinale aus. Anschließend wurde ein Spiel um Platz 3 sowie das Finale ausgetragen.

Nominell waren wir also das unterklassigste Team – aber wen kümmert denn sowas…
Die Halbfinals wurde gelost, Bau-Union traf im Bezirksligaduell auf F’hain, wir hatten es mit den Hennigsdorfer zu tun, die ihrerseits in dieser Saison Aufstiegsambitionen in Richtung Verbandsliga Brandenburg hegen.

Unser Halbfinale ging denkbar schlecht los, wir verloren alle drei Doppel. Die Hennigsdorfer waren in keinem Doppel klar überlegen, aber gegen die eingespielten Konstellationen unterlagen wir zumeist aus taktischen Unzulänglichkeiten. Also 0:3 aus den Doppel – Verbesserungswürdiger Start – egal, ran an die Einzel.

Etwas überraschend gelang es uns recht locker, zum 3:3 auszugleichen. Dominik dominierte den 1er des Gegners klar. Dieser verfügte über knallharte Schüsse und Topspins, jedoch weniger über eine gelungene Schussauswahl. So rannte er wild schießend in sein Verderben – sauber gespielt, Dominik. Franz hatte ebenso keine Mühe mit seinem Auftaktgegner, ich (Uwe) ebenso wenig. Dieser ließ seinen Schläger auf dem Lande liegen und musste sich mit einem geliehenen Schläger begnügen. Dieses häufig bemerkend, verlor er recht klar. Ich reiße mich mal zu der Aussage hin, auch mit dem eigenen Schläger wäre das Spiel ähnlich verlaufen.
Nach dem Ausgleich hatte es Matthias mit dem aus meiner Sicht stärksten Spieler der Hennigsdorfer zu tun, die Sätze waren zwar knapp, aber letztlich war kein Kraut gegen ihn gewachsen. Ebenso musste Peter seinem Gegner zum Sieg gratulieren, während Firat mit dem 6er kein Problem hatte. Nach der ersten Einzelrunde hatten wir also auf 4:5 verkürzt, nach der zweiten Einzelrunde stand es 8:7 für uns, das Entscheidungsdoppel war aufgrund des deutlichen Satzverhältnisses nicht mehr nötig zu spielen. Es wurde aber trotzdem ausgetragen und seht an: wir können auch Doppel. Den weiteren Verlauf lest im Spielbericht nach.


Resümee Halbfinale: Doppel mies, Einzel sehr gut. Hennigsdorf konnte nur durch ihren 4er und 5er im Einzel punkten. Besonders freut mich, dass wir nach den Einstiegsdoppeln die Köpfe nicht hängen ließen. Gut gebraut.
S.J. aus F. ließ sich in gewohnt markiger Manier zu dem Ausspruch verleiten: „Kauft mir nen Fahrschein ABC und ich spiele in Brandenburg in der Verbandsliga.“ Contenance! Die war wohl nur schwer zu bewahren, hatten an den Nachbartischen die Friedrichshainer Bau-Union mit sage und schreibe 16:0 von den Tischen gefegt. Unfassbar deutlich, immerhin spielten Schüler, Lukatscher undundund für Bau-Union. Diese fingen sich aber im Laufe des Nachmittags und gewannen das Spiel um Platz drei 9-7 gegen Hennigsdorf. Glückwunsch an dieser Stelle.

Finale ohohoho – Finale ohohoho!

Nach dem deutlichen Halbfinalsieg der F’hainer waren die Rollen klar verteilt, es wurde über die Höhe des Sieges spekuliert. Ein kurzes Ende wurde erwartet, also entschied man sich für eine Grillpause nach den Einstiegsdoppeln.
Das gleiche Bild: 0:3 gegen uns. Wieder spieleten wir brav mit und ließen den Gegnern die Siege. Das Doppel 1 wurde aus Harry und seinem Jugendfreund Tim aus England gestellt, pro Satz hatten wir drei herausragende Punkte – das reicht natürlich. Trotzdem stellt sich die Links-Rechts-Kombination aus Uwe/Matthias als denkbare Konstellation für die Saison dar.
Doppel: Haken drunter, ran an den vom neuen Sportwart der SSV Holger redlich und vorzüglich bedienten Grill. Mit Steaks und Bier im Körper waren wir endlich im Wettkampfmodus – so wie es sich für einen Brauer geziemt. Die Trikots saßen nun straff auf unseren Leibern – wahre Brauerwonnen. Ein paar Sprüche in die Richtung des Gegners ließen diese zwar nur müde lächeln – sie wussten ja noch nicht, was alles noch so kommt.
Ab an die Tische, erste Einzelrunde: Dominik war chancenlos gegen Tim, der im Einzel Harry im Finale vertrat. (Tim: I’m better than Harry – Harry: Gegen Tim verliere ich nie. Die Hackordnung sollte also noch mal nachgebissen werden) 0:4 – Mist.
Franz war den ganzen Nachmittag in überragender Form und nahm souveräner Manier die Hürde Belger, der neidlos des Franzens Spielstärke anerkannte. Ich hatte es mit Christian Kuhn, meinem alten Doppelpartner aus der vergangenen Saison zu tun und brauchte endlos lange 5 Sätze um diesen nieder zu ringen. Nach 6-1 Führung im 5. Satz drehte er auf, führte plötzlich 7:6. Giftige Hackbälle und platzierte Blocks ließen ihn jedoch verzweifeln: nur noch 2:4! Da geht doch noch was!
Der Ex-Hennigsdorfer Mathias im Duell gegen seinen mit einem t reicher bestückten Namensvetter. Großartige Abwehrbälle gegen überlegte Angriffszüge von Matthias – das war was fürs Auge. 5 attraktive Sätze – Ergebnis egal…leider wieder drei Spiele hinten – 2:5.
Peter kämpfte lange gegen Silvio – leider gab es auch eine 5-Satz-Niederlage – 2:6.
Firat gegen Kerstin. Ja, es gibt sie: die Tischtennisdame. Trotz des ungewohnten Gegenübers spielte Firat wie gewohnt: sachlich, überlegt, siegreich  – 3:6 nach der ersten Einzelrunde. Den Doppelmalus abgezogen insgesamt ein ganz ordentliches Ergebnis.

Nun war es an Tim, für die SSV die Weichen endgültig auf Sieg zu stellen. Aber was Franz jetzt spielte war unglaublich. Du Tischtennisgott, Messias im Brauer-Trikot, wir verneigen uns ehrfürchtig. Souveränes 3:0. In keinem Satz kam Tim auch nur in die Nähe des Satzgewinnes. Großartiges Spiel!
Nun Dominik gegen Micha B. Ein ebenso gutes Spiel. Lange Rallys, schönes, ehrliches Offensivspiel – leider wieder eine 5-Satz-Niederlage. Zwei Spieler auf Augenhöhe. 4:7 – langsam wird’s eng.
Gegen den Abwehrrecken der SSV hatte ich letztlich nicht ausreichend entgegenzusetzen, im jeden Satz war zwar was drin, aber das Tier in Mathias auf der anderen Seiten rang mich nieder – 4:8, war’s das schon?
Matthias gegen Chris K., seines Zeichens vor einem Jahr immerhin der beste Spieler des mittleren Paarkreuzes der Bezirksklasse. Und auch hier gab es ein Offensivspektakel zu sehen. Beide spielen druckvoll nach vorne, Matthias ein wenig druckvoller am heutigen Tag. Endlich mal wieder ein 5-Satz-Sieg für die Brauer. Nur noch 5:8. Firat hatte überraschenderweise keine Probleme mit Silvio, ein klares 3:0. Abgezockt der Herr Abteilungsleiter!
Also kommt es auf die 6er Positionen an: Peter und Kerstin wechselten sich immer schön regelmäßig mit dem Gewinnen der Sätze ab, auch dieses Spiel ging in den 5. Satz. In der entscheidenden Phase holte Peter seine gefürchteten und schwer zu lesenden Aufschläge raus und gewinnt den 5. Satz zu 9: Großer Sport – wir sind wieder dicke im Geschäft, nur noch 7:8. Das Entscheidungsdoppel musste es richten.
Dominik und Franz waren heiß auf dieses Spiel! 2 Engländer siegreich im Doppel in entscheidenden Phasen – unvorstellbar. Ein Entscheidungsdoppel ist ja wie ein Elfmeterschießen…
Der erste Satz ging weg, dann hatte das Brauerdoppel den Tunnelblick. Dem Offensivspiel wurde offensiver entgegnet, die Laufwege stimmten auf einmal, die Mannschaft stand wie der schwarze Block hinter den Beiden und so holten sie die nächsten 3 Sätze! Unentschieden 8:8 – doch nach Sätzen 33:32 für die Brauer! Turniersieg!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


Die SSV rieb verwundert die Augen, sprach von einem schwarzen Tag ihrer Vereinshistorie, rechneten mehrfach nach – es ist wie es ist: 1. Sieger des 4er Turniers und damit Ausrichter in der nächsten Saison: SV BERLINER BRAUEREIEN!

Und so sehen sie aus:

Beim folgenden Biertrinken im Schmitts trugen wir auch den Sieg davon, letzte Zweifel über den Turniersieg mit Hopfen ausgeräumt!
Nebenbei korrigierten Franz und ich gleich mal die Saisonziele nach oben…

Insgesamt eine absolut gelungene Veranstaltung, toll ausgerichtet. Die Atmosphäre hat toll getragen und das Ergebnis geht auch voll in Ordnung. Ich werde mal nachhaken, wann denn der Pokal graviert sein wird.

 

 

5 Kommentare

  1. Man man man,

    wie in der letzten Saison können wir keine 8-4 – Führungen nach Hause schippern. Grandiose Aufholjagd der Brauer, Glückwunsch zum erkämpften 33-32.

    Schade, dass der Termin so fiel, wäre gerne dabei gewesen.

  2. anonym aus der Schweiz

    Na Glückwunsch den Erfolgsbrauern.

  3. Training zahlt sich also aus 🙂
    jetzt mit den Kräften haushalten und in die Saison retten !!!

  4. Man gratuliert der Sportdelegation des zweitsympathischsten Vereins des Berliner Tischtennisverbandes zu diesem Turniererfolg. Angenehme Atmosphäre, spannende Spiele, eine zusätzliche Möglichkeit zur, als Saisonvorbereitung -was will man mehr?! Man freut sich auf das nächste Mal. Bis dahin überlegen wir auch nochmal, den englischen „crunchtimepussies“ die Verantwortung im Entscheidungsdoppel zu übergeben. 😉

    HoRe

  5. Fantastisch-lebendiger Spielbericht!

    Glückwunsch zum Sieg. Wir freuen uns auf ein Wiederspielen mit Euch, nächtes Jahr, in Euren Hallen 🙂

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